IGT, Innovationszentrum Green Tech Mannheim
Beitrag im Wettbewerb, 2021

Ziel des Entwurfes ist es die Gestaltsprache der Architektur mit dem Freiraum wirklich zusammen zu denken und die Bauaufgabe des Freiraums als Modell für Nachhaltigkeit zu entwickeln. Die Formensprache des Freiraumkonzeptes leitet sich daher aus der nachhaltigen Architektur und Funktionen des Gebäudes im städtebaulichen Kontext ab. Das Baufeld stellt ein wichtiges städtebauliches Gelenk zwischen dem Glücksteinpark und der bedeutsamen Wegeverbindung über die Gleisanlagen her. Der Entwurf formuliert deshalb eine durchlässige grüne Freianlage als Bindeglied zum Park zwischen Mafinex und Green Tech. Wichtige Ziele sind dabei die Schaffung von wirksamen und resilienten Grünelementen, die Minimierung der Flächenversiegelung, ein intelligentes Wassermanagement und Transparenz durch eine Verbindung von Innen und Außenraum mit nachhaltiger Gebäudebegrünung.Das Green Tech Areal präsentiert sich zum Stadtraum mit einem intensiven Grüngerüst. Zwei kleine „Wäldchen“ nach Südosten und Westen bilden zusammen mit dem grünen Gebäude eine wirksame grüne Adresse und Identität. Die „Wäldchen“ schirmen den Innenhof und das Gebäude von Lärm ab und wirken sich positiv auf das Klima der Fläche aus. Für die Wäldchen werden robuste Stadtbaumarten, Gleditschien, Amberbäume und  Feldahorne gewählt. Diese Arten gelten als Zukunftsbäume und sind stadtklimafest. Die Grünflächen sind von Mauern gefasst auf denen an den Hochpunkten Sitzgelegenheiten aus Holz geplant sind. Von den Hochpunkten aus laufen die Mauern auf Belagsniveau aus. Durch die dadurch gewonnene Höhe kann mehr Substrat für die Bäume und Gehölze aufgetragen werden. Vor allem im Bereich des Untergeschoss schafft das gut Voraussetzungen für eine dauerhaft funktionierende Vegetation. Die mit trittverträglichem Rasen und Gräsern begrünten Bänder im polygonalen Plattenverband greifen die Formgebung der Architektur auf und fungieren als verbindendes Element in Richtung Freiraum. Neben dem gestalterischen Aspekt dienen diese Bänder auch als Rinnensystem über die das anfallende Regenwasser in die zwei größeren Grünflächen geleitet wird. Durch dieses halboffene Rinnensystem wird die Verdunstungskälte für die Klimaregulierung der befestigten Flächen genutzt. In den Grünflächen unter den Wäldchen kann das anfallende Regenwasser in Mulden, die dann temporär als Einstauflächen dienen gedrosselt in die Kanalisation eingeleitet werden. Bereits die Begrünung auf dem Dach des Gebäudes fungiert in diesem System als Raum für Regenwasserrückhalt mit positivem Effekt auf das Klima im Innenraum. Die Bänder tauchen auch im Gebäude in Form von grünen Wänden bspw. am Empfang wieder auf. Zudem sind zwei Fassaden des Baus begrünt und dienen so als Verbindung zwischen Grün im Freiraum und Grün auf dem Dach. Die Begrünung der Fassaden besteht aus dauerhaften Rankern. Die insektenfreundlichen Gehölze mit flachem Wurzelsystem wie sie im Freiraum über der Tiefgarage geplant sind werden auf dem Dach des Gebäudes wieder aufgegriffen. Zusammen mit einer artenreichen Ansaat unter den Wäldchen trägt das Vegetationskonzept zur Steigerung der Biodiversität im städtischen Kontext bei.

Ausloberin: Stadt Mannheim