SUB, Sullivan Barracks Mannheim
1. Preis im Wettbewerb, 2015

Das Baufeld D5 ist geprägt durch zwei parallele Zeilen der 1930er Jahre mit einem Verbindungsbau im Osten und einem charakteristischen, dazwischenliegenden Hofraum. Im Zuge der Umnutzung soll diese Struktur weitgehend erhalten bleiben, jedoch gleichzeitig die neue Nutzung sichtbar werden. Der nördliche Riegel wird im Erdgeschoss in barrierefreie Wohnungen aufgeteilt, die Obergschosse hingegen werden als Lofts in den Dachraum erweitert. Der südliche Riegel hingegen wird in einzelne, loftartige Reihenhäuser geteilt. Die Erschließung aller Einheiten erfolgt über den gemeinsamen Innenhof. Eine eigeschossige, leichte Struktur nimmt Balkone und Erschließung auf und verleiht dem Innenhof seinen neuen Charakter. Im Süden werden den Einheiten lediglich Terrassen vorgelagert, sodass auf der Außenseite die Eingriffe in die Bausubstanz minimiert werden können. Die Bestandsbauten behalten im Wesentlichen ihr derzeitiges Erscheinungsbild. Durch eine Kombination aus Wärmedämmputz und Innendämmung werden angemessene Dämmwerte erreicht, ohne die originäre Erscheinung durch ein WDVS zu zerstören. Die vorgelagerten Balkonelemente erhalten eine vorbehandelte, graue Holzverkleidung, um langwierige Verwitterungsprozesse optisch vorweg zu nehmen. Das Ensemble der vier bestehenden Hallen auf dem Baufeld D8 hat eine starke identitätsstiftende Wirkung. Zudem ermöglicht die Nachnutzung die Nutzung von Flächen innerhalb der Waldschutzzone. Aus diesen Gründen wird der bestehende Hof im Wesentlichen erhalten und in einer Neuinterpretation nach Westen fortgesetzt. Die Bestandshallen werden als Lofts mit starkem Außenbezug über die vorhandenen Tore und zusätzliche Öffnungen umgenutzt. Als nördlicher Zielpunkt der Erschließungsstraße und als Entrée in den umgenutzten Hof wird ein turmartiger Wohnungsbau mit kleinen Wohnungen platziert. Die westliche Halle wird rückgebaut, sodass eine Verzahlung zwischen dem Bestandshof und der neuen Bebauung stattfindet. Als gemeinsames Bindeglied wird eine zentrale teilüberdachte Parkierungsanlage eingeführt. Die neue Bebauung führt die zeilenartige Struktur und loftartige Skelettbauweise des Bestandes fort und löst sich nach Westen und in Richtung Wald in kleinere Einheiten auf. Als Zweigeschosser führen diese die Höhe der Bestandsbauten fort. Alle Einheiten mit Ausnahme des Turmbaus sind somit problemlos realteilbar und optimal zu vermarkten. Mit Dünenbiotop und altem Baumbestand, frei von prägender Bestandsbebauung, als Auftakt zum Sullivan-Quartier bietet das Baufeld D9/D10 die Möglichkeiten für ein gänzlich unübliches Bebauungskonzept: Anstelle eines klassischen Stadtbausteins wird im Randgebiet des Käfertaler Waldes die Idee des Wohnens im lichten Kiefernwald umgesetzt: Zwei unterschiedliche Größen solitärer, dreigeschossigen Geschosswohnungsbauten in Kombination mit eingestreuten Einfamilienhäusern lassen dem Wald ausreichend Raum, das Gebiet weiterhin zu prägen. Zwischen den scheinbar zufällig platzierten Körpern bilden sich gemeinsame Erschließungsräume im Wechsel mit privateren Wald- und Dünenflächen. Die erhöhte, teils aufgeständerte Lage der Gebäude ermöglicht überdachte Parkplätze, Privatheit der Erdgeschosse und ein Durchfließen des Waldes. Als Auftakt und Repräsentation liegen die größten Gebäude im Süden, zum Eingang nach Sullivan, und Westen zum Sullivanpark und schirmen das Gebiet so nach innen ab. Nach Norden, im Übergang zur Kapelle, nimmt die Dichte mit kleineren Geschosswohnungsbauten und aufgeständerten Einfamilienhäusern ab. Bewusst wird hier die Parallele zu Ferienhausgebieten in Küstennähe gesucht.

Ausloberin: MWS Projektentwicklungsgesellschaft mbH ( MWSP Mannheim )